GEOTECHNIK
Schwerin, Germany
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Geotechnik in Schwerin

Zwischen der sandigen Altstadtinsel und den moränengeprägten Höhen von Mueß verhält sich der Baugrund in Schwerin fundamental anders. Auf der einen Seite finden wir holozäne Seesande mit hohem Grundwasserstand, auf der anderen Geschiebemergel über Schmelzwassersanden, die eine völlig andere bodenmechanische Untersuchung erfordern. Diese geologische Zweiteilung, geprägt durch die letzte Eiszeit, verlangt von jedem Tragwerksplaner eine präzise Erkundung, bevor die ersten Kubikmeter Aushub erfolgen. Wir führen die bodenmechanische Untersuchung nicht als Standardroutine durch, sondern passen das Erkundungsprogramm an die quartärgeologische Karte des Stadtgebiets an. Ob auf der Paulsstadt mit ihren Auffüllungen oder in den setzungsempfindlichen Bereichen nahe dem Ziegelsee – die Sondierung mit CPT liefert uns lückenlose Profile, und die Korngrößenanalyse klärt die Filterstabilität bei drückendem Wasser.

Der Baugrund in Schwerin ist ein glaziales Puzzle. Die bodenmechanische Untersuchung setzt die Teile zusammen, bevor der erste Bagger rollt.
Geotechnik in Schwerin

Methodik und Umfang

Das Klima Schwerins mit seinen 640 mm Jahresniederschlag und die Nähe zu den sieben Seen erzeugen dauerhaft hohe Grundwasserstände, die jede bodenmechanische Untersuchung beeinflussen. In Ufernähe stehen die quartären Sande oft gesättigt an, was bei der Probenahme besondere Sorgfalt erfordert, um das Gefüge nicht zu stören. Unsere Laborversuche gehen deshalb über die reine Klassifikation hinaus: Wir bestimmen die Kohäsion und den Reibungswinkel im Triaxialversuch, um die Standsicherheit von Baugruben und Böschungen unter Auftriebsbedingungen zu berechnen. Die Geschiebemergel der Grundmoräne wiederum zeigen ein ausgeprägtes Überkonsolidierungsverhalten, dessen Spitzenwerte bei der Bemessung von Bodenplatten und Einzelfundamenten nicht verschenkt werden dürfen. Wer die Vorbelastung durch das Eis ignoriert, bemisst unwirtschaftlich tief und teuer.

Lokale Besonderheiten

Schwerin liegt auf 38 m ü. NHN, und das geringe Gefälle zum Wasserspiegel der Seen macht den Grundwasserflurabstand zum kritischen Parameter jeder Baumaßnahme. Wird bei der bodenmechanischen Untersuchung der maximal zu erwartende Grundwasserstand unterschätzt, drohen Auftriebsprobleme an der Bauwerkssohle und hydraulischer Grundbruch in der offenen Baugrube. Ein zweites Risiko sind die anthropogenen Auffüllungen im Innenstadtbereich: Alte Wallanlagen, zugeschüttete Gräben und Kriegstrümmer bilden ein chaotisches Hautwerk, in dem sich Sondierspitzen verhaken und Bohrlochwandungen einstürzen. Ohne eine systematische Erkundung mit ausreichend vielen Aufschlusspunkten nach DIN 4020 bleiben diese Inhomogenitäten unerkannt und führen später zu ungleichen Setzungen, die selbst den solidesten Stahlbetonrahmen aufreißen lassen.

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Referenznormen

DIN 4020 – Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke, DIN EN 1997-1:2014-03 – Eurocode 7: Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik, DIN 1054:2021-04 – Baugrund – Sicherheitsnachweise im Erd- und Grundbau, DIN EN ISO 22475-1 – Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Probenentnahmeverfahren

Verwandte Dienstleistungen

01

Felduntersuchung und Aufschluss

Rammkernsondierungen und Kleinbohrungen bis 15 m Tiefe, ergänzt durch schwere Rammsondierungen (DPH) zur Ermittlung der Lagerungsdichte. Protokollierung der Schichtgrenzen vor Ort durch einen Geotechniker.

02

Laborversuche und Klassifikation

Bestimmung der Kornverteilung, Konsistenzgrenzen nach Atterberg, Wassergehalt und Glühverlust. Spezielle Versuche wie Ödometerversuch und Triaxialversuch zur Ermittlung der Steifigkeit und Scherfestigkeit.

03

Geotechnischer Bericht nach EC 7

Zusammenstellung der Ergebnisse in einem standsicherheitsrelevanten Bericht mit Baugrundmodell, charakteristischen Bodenkennwerten, Homogenbereichen nach VOB/C und erdstatischen Nachweisen für das gewählte Gründungskonzept.

Typische Parameter

ParameterTypischer Wert
Erkundungstiefe (Standard)6–15 m unter GOK, abhängig von Bauwerkslast und Baugrundmodell
BohrverfahrenTrocken- und Spülbohrung, Rammkernsondierung in rolligen Böden
ProbenahmeGüteklasse 3 nach DIN EN ISO 22475-1, in bindigen Schichten Güteklasse 2 für Scherversuche
ScherparameterDrainierter Triaxialversuch (CD), Rahmenscherversuch an Geschiebemergel
SetzungsberechnungSteifemodul aus Drucksondierung (CPT) und Labor-Ödometerversuch
GrundwasserMehrstufige Pegelmessung über 3 Monate zur Erfassung saisonaler Schwankungen
NormenDIN 4020, DIN EN 1997-1 (EC 7), DIN 1054

Fragen und Antworten

Mit welchen Kosten muss ich für eine bodenmechanische Untersuchung in Schwerin rechnen?

Der Referenzbereich für diese Leistung in Schwerin liegt bei €2.530 - €4.270. Der Endpreis hängt vom Projektumfang ab.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Schwerin und Umgebung.

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