Ein Wohnungsbauprojekt am Ziegelsee stand vor einer echten Herausforderung: Die ersten Bohrungen zeigten extrem weiche Seesedimente in nur zwei Metern Tiefe, darunter eine tragfähige Sandschicht unbekannter Mächtigkeit. Der Statiker brauchte verlässliche Zahlen, keine groben Schätzungen nach Tabellenwerk. Genau hier setzt die Drucksondierung nach CPT an. Der elektrische Cone misst Spitzendruck und Mantelreibung im Zentimeterabstand und zeichnet ein lückenloses Bild des Schichtaufbaus, das keine Rammkernbohrung in dieser Auflösung liefern kann. In Schwerin mit seinen pleistozänen Sanden und den eingelagerten Mudden der eiszeitlichen Seenrinne entscheidet oft jeder halbe Meter über die Wahl zwischen Flachgründung und Pfahlsystem. Unser Team bringt eine 20-Tonnen-Raupensonde auf den Punkt, auch auf beengten innerstädtischen Grundstücken hinter der Altstadt.
Ein kontinuierliches qc-Profil in Zentimeterauflösung erspart oft zwei bis drei zusätzliche Aufschlussbohrungen und gibt dem Tragwerksplaner genau die Kennwerte, die er für ein wirtschaftliches Gründungskonzept braucht.
Methodik und Umfang
Lokale Besonderheiten
Die glaziolimnischen Ablagerungen in den Schweriner Seebecken enthalten organische Mudden mit Konsistenzzahlen um Ic = 0.3 und undrainierten Scherfestigkeiten cu unter 15 kPa. Wird dieser Weichhorizont bei der Erkundung nicht in seiner vollen Mächtigkeit erfasst, unterschätzt das Baugrundmodell die Setzungen um ein Vielfaches. Eine klassische Rammkernbohrung liefert gestörte Proben, bei denen die Lagerungsdichte der Sande komplett verloren geht. Die CPT-Sonde hingegen misst den Spitzenwiderstand qc in situ und deckt dünne Schlufflinsen auf, die als Wasserstauer wirken und beim Aushub zu hydraulischen Grundbrüchen führen können. In den Hanglagen östlich des Pfaffenteichs mit saalekaltzeitlichen Geschiebemergeln besteht zudem die Gefahr, dass residuale Scherfestigkeiten nach früheren Rutschungen deutlich unter den Laborwerten liegen – eine Unterschätzung, die sich nur durch den Vergleich von CPT-Basiswiderstand mit SPT-Schlagzahlen oder Laborversuchen absichern lässt.
Referenznormen
DIN EN ISO 22476-1:2013-01 – Geotechnische Erkundung und Untersuchung; Felduntersuchungen; Teil 1: Drucksondierung mit elektrischen Messwertaufnehmern, DIN 4020:2010-12 – Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke, DIN EN 1997-2:2010-10 (Eurocode 7) – Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik; Teil 2: Erkundung und Untersuchung des Baugrunds, EA-Pfähle (DGEG) – Empfehlungen des Arbeitskreises Pfähle, Kapitel 4: Drucksondierungen zur Ableitung von Pfahlwiderständen, ZTV E-StB 17 – Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Erdarbeiten im Straßenbau (für Verdichtbarkeitsklassifikation)
Verwandte Dienstleistungen
CPTu-Standardsondierung bis 25 m
Elektrische Drucksondierung mit Porenwasserdruckaufnehmer (Piezocone) zur direkten Ableitung von undrainierter Scherfestigkeit, Lagerungsdichte und Bodenklassifikation. Inklusive Dissipationstests zur Bestimmung des Konsolidierungsgrads bindiger Schichten. Ideal für die Gründungsplanung von Mehrfamilienhäusern auf den eiszeitlichen Sedimenten.
CPT-Kampagne mit Dissipationstest
Rasterförmige Sondierkampagnen mit Porenwasserdruck-Abklingversuchen in definierten Tiefen. Für die Planung von Tiefgründungen in den organischen Mudden der Seebecken liefern wir horizontierte cu-Profile und klassifizierte Schichtverzeichnisse nach Robertson-Chart. Auswertung nach EA-Pfähle für Mantelreibung und Spitzendruck.
Typische Parameter
Fragen und Antworten
Was kostet eine CPT-Sondierung in Schwerin?
Für eine Standard-CPTu-Sondierung bis 15 Meter Tiefe in Schwerin liegen die Kosten je nach Zugänglichkeit und Geräteaufwand zwischen €160 und €250 pro Sondierpunkt. Der Preis beinhaltet die Anfahrt im Raum Schwerin, die Sondierung selbst, die digitale Datenaufzeichnung mit Kalibrierprotokoll und einen schriftlichen Kurzbericht mit Bodenklassifikation nach Robertson. Bei mehreren Sondierpunkten oder Kampagnen mit Dissipationstests erstellen wir ein Staffelangebot.
Welche Norm ist für die Drucksondierung in Deutschland maßgebend?
Die Durchführung der Drucksondierung ist in der DIN EN ISO 22476-1:2013-01 geregelt. Sie legt Geräteanforderungen, Sondiergeschwindigkeit von 20 mm/s, Messgenauigkeit und Protokollierung fest. Für die geotechnische Auswertung und Bemessung sind zusätzlich der Eurocode 7 (DIN EN 1997-2) und die Empfehlungen des Arbeitskreises Pfähle (EA-Pfähle) heranzuziehen, insbesondere wenn aus den CPT-Daten Pfahlwiderstände abgeleitet werden.
Kann die CPT-Sonde in den dichten Geschiebemergeln Schwerins eingesetzt werden?
Ja, die CPT-Sonde kann Geschiebemergel mit Spitzenwiderständen bis etwa 50 MPa durchörtern. In den saalekaltzeitlichen Mergeln östlich des Pfaffenteichs treten lokal verfestigte Lagen auf, die einen Vorbohrloch von 1-2 m Tiefe erfordern können. Unser 20-Tonnen-Raupengerät liefert ausreichend Andruckkraft. Sollte die Sonde auf einen großen Findling treffen, brechen wir den Sondiervorgang ab und setzen wenige Dezimeter versetzt neu an, um die Steingrenze zu umgehen.
