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In-Situ-Prüfungen in Schwerin

In-Situ-Prüfungen bilden das Rückgrat einer jeden verlässlichen Baugrundbeurteilung. Anders als Laborversuche an entnommenen Proben erfassen diese Felduntersuchungen den Boden oder Fels in seinem natürlichen, ungestörten Zustand – mitsamt Gefüge, Spannungsverhältnissen und Porenwasserdruck. In Schwerin, der Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns, ist diese direkte Aussagekraft besonders wertvoll, da die anstehenden Bodenschichten oft heterogen und durch die letzte Eiszeit geprägt sind. Von der Bestimmung der Lagerungsdichte rolliger Sande bis zur Durchlässigkeit klüftiger Geschiebemergel liefern In-Situ-Prüfungen die Kennwerte, die für Standsicherheitsnachweise und die Bemessung von Gründungen unverzichtbar sind.

Die geologischen Verhältnisse im Raum Schwerin werden maßgeblich durch die Weichsel-Kaltzeit bestimmt. Weitflächig stehen Geschiebemergel und -lehme als Grundmoräne an, die oft von sandigen Schmelzwasserablagerungen durchzogen oder überlagert werden. In den Niederungen der zahlreichen Seen – allen voran dem Schweriner See – finden sich zudem holozäne Beckentone, Mudden und Torflinsen. Diese Wechsellagerung von bindigen und nichtbindigen Böden mit stark schwankender Konsistenz und Dichte macht eine sorgfältige Erkundung unabdingbar. Eine klassische Felddichtebestimmung (Sandkegelverfahren) gibt hier Aufschluss über den tatsächlichen Verdichtungsgrad von Tragschichten, während ein Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon) die Wasserdurchlässigkeit etwa für Versickerungsanlagen oder Baugrubenwasserhaltungen quantifiziert.

Demonstrationsvideo

Für die Planung und Ausführung gelten in Deutschland verbindliche Regelwerke. Die Durchführung der Sondierungen und Versuche richtet sich nach den einschlägigen Teilen der DIN EN ISO 22476 sowie der DIN 4094, während die Klassifikation von Boden und Fels nach DIN EN ISO 14688 und 14689 erfolgt. Für die Bewertung der Ergebnisse im Grenzzustand der Tragfähigkeit und Gebrauchstauglichkeit ist der Eurocode 7 (DIN EN 1997) in Verbindung mit dem Nationalen Anhang und der ergänzenden DIN 1054 heranzuziehen. Diese Normenkette stellt sicher, dass die aus In-Situ-Prüfungen abgeleiteten charakteristischen Bodenkennwerte auf einem statistisch abgesicherten und ingenieurtechnisch anerkannten Niveau liegen.

Das Spektrum der Projekte, die solche Feldversuche erfordern, ist breit. Im innerstädtischen Bereich Schwerins, etwa bei der Nachverdichtung oder der Sanierung historischer Bausubstanz, sind beengte Platzverhältnisse und die Nähe zu empfindlicher Nachbarbebauung typische Randbedingungen. Hier ermöglichen In-Situ-Prüfungen eine punktgenaue Erkundung mit minimalem Eingriff. Bei der Erschließung neuer Wohn- und Gewerbegebiete auf den sandigen Hochflächen dienen sie dem Nachweis der ausreichenden Tragfähigkeit und der Festlegung von Verdichtungszielen. Im Tiefbau, beispielsweise bei Kanal- und Leitungstrassen, die die seenahen Niederungen queren, ist die Kenntnis der Wasserdurchlässigkeit und der Grundwasserströmung für eine sichere und wirtschaftliche Bauausführung entscheidend.

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Verfügbare Leistungen

Felddichtebestimmung (Sandkegelverfahren)

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Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon)

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Fragen und Antworten

Was versteht man unter In-Situ-Prüfungen in der Geotechnik?

In-Situ-Prüfungen, auch Feldversuche genannt, sind geotechnische Untersuchungen, die direkt am gewachsenen Boden oder Fels im Baubereich durchgeführt werden. Im Gegensatz zu Laborversuchen an gestörten Proben liefern sie Kennwerte unter natürlichen Spannungs- und Lagerungsbedingungen. Typische Verfahren umfassen Rammsondierungen, Drucksondierungen (CPT), Plattendruckversuche, Bohrlochaufweitungsversuche und Durchlässigkeitsversuche.

Warum sind In-Situ-Prüfungen für Bauvorhaben im Raum Schwerin besonders wichtig?

Der Schweriner Untergrund ist eiszeitlich geprägt und zeigt einen raschen Wechsel von Geschiebemergel, Sanden und organischen Weichschichten wie Mudden. Diese Heterogenität lässt sich mit punktuellen Laborproben nur unzureichend erfassen. In-Situ-Prüfungen ermöglichen eine nahezu durchgängige Tiefenprofilierung und decken lokale Schwächezonen, etwa gering tragfähige Torflinsen oder locker gelagerte Sande, zuverlässig auf.

Welche Normen regeln die Durchführung und Auswertung von In-Situ-Prüfungen in Deutschland?

Die Durchführung wird durch die Normenreihe DIN EN ISO 22476 für Sondierungen sowie die DIN 4094 für spezielle Feldversuche geregelt. Die geotechnische Erkundung und Klassifikation folgt DIN EN ISO 14688 und 14689. Für die Bemessung von Gründungen sind die aus den Versuchen abgeleiteten Kennwerte gemäß Eurocode 7 (DIN EN 1997) in Verbindung mit dem Nationalen Anhang und der DIN 1054 zu verwenden.

Welche In-Situ-Prüfung ist für die Beurteilung der Versickerungsfähigkeit des Bodens geeignet?

Zur Bestimmung der Wasserdurchlässigkeit des Untergrunds werden Felddurchlässigkeitsversuche durchgeführt. In Bohrungen oberhalb des Grundwassers kommt das Lefranc-Verfahren mit fallender oder konstanter Druckhöhe zum Einsatz. Im anstehenden Fels wird der Lugeon-Test (WD-Test) angewandt, bei dem Wasser unter Druck in einen abgepackerten Bohrlochabschnitt injiziert wird, um den Durchlässigkeitsbeiwert und das Kluftverhalten zu ermitteln.

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