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Geotechnische Bemessung tiefer Baugruben in Schwerin

Die Seeuferlandschaft Schwerins mit ihren zwölf Seen prägt den Baugrund stärker, als mancher Bauherr annimmt. Die Geotechnische Bemessung tiefer Baugruben nach DIN EN 1997-1 ist hier keine Formsache, sondern die zentrale Schnittstelle zwischen Wasserhaltung und Standsicherheit. Das oberflächennahe Grundwasser in den glazial geprägten Sanden und Geschiebemergeln rund um die Innenstadt reagiert sensibel auf jeden Eingriff. Wir begleiten Tiefbauvorhaben in Schwerin seit Jahren und kennen die kritischen Horizonte genau: vom aufgefüllten Hafenbereich am Ziegelsee bis zum tragfähigen Mergel unterhalb des Schlossviertels. Gerade bei Baugruben tiefer als 5 m verlangt die lokale Bauordnung zwingend einen rechnerischen Nachweis der Böschungsstabilität, den wir mit Böschungsstabilität und Baugrubenverbau kombinieren.

Eine tiefe Baugrube in Schwerin ohne vorherige Rammsondierung zu bemessen, ist wie ein Fundament ohne Bodenplatte – es hält nur, bis die erste Überraschung kommt.

Methodik und Umfang

Ein Bauvorhaben mit zweigeschossiger Tiefgarage am Pfaffenteich zeigte exemplarisch, was in Schwerin schiefgehen kann. Der Aushub stand im grobkörnigen Sand zunächst stabil, bis eine Regenperiode die Kapillarkohäsion auflöste und die Böschung partiell abrutschte. Unser Team zog daraus die Konsequenz: Seitdem kombinieren wir die Geotechnische Bemessung tiefer Baugruben grundsätzlich mit einer Injektionen zur lokalen Bodenvergütung, wenn die Standzeit mehr als vier Wochen beträgt. Der Baugrund in der Landeshauptstadt ist ein Puzzle aus Schmelzwassersanden und gestauchten Mergelbänken – die letzte Eiszeit hat hier ganze Schollenpakete übereinandergeschoben. Für den Tragwerksplaner bedeutet das: homogene Bodenmodelle sind Illusion. Wir liefern stattdessen geschichtete FE-Modelle mit wirklichkeitsnahen Steifigkeiten, die auch die Entlastungswirkung des Aushubs korrekt abbilden. Bei beengten Verhältnissen in der Altstadt ergänzen wir das Baugrubenkonzept durch eine Aus hubmonitoring mit inklinometrischer Überwachung der Verbauwand, um Verformungen im Millimeterbereich zu kontrollieren.
Geotechnische Bemessung tiefer Baugruben in Schwerin

Lokale Besonderheiten

Unser Erkundungsgerät für den Vorfeldaufschluss ist eine schwere Rammsonde DPH, die wir in Schwerins verdichteten Sanden einsetzen, bevor ein Bagger überhaupt anrückt. Schlagzahlen unter 5 in den oberen Metern sind ein Warnsignal – meist lockere Auffüllung oder Torflinsen aus verlandeten Altarmen. Wir protokollieren die Eindringung pro 10 cm und legen das Ergebnis der Geotechnischen Bemessung tiefer Baugruben sofort zugrunde. Ohne diesen Zwischenschritt tappt jede Baugrubenstatik im Dunkeln. Gerade entlang der Werderstraße, wo alte Keller verfüllt wurden, haben wir mit Sondierungen schon manche Überraschung aufgedeckt. Die verformungsarme Ausführung beginnt auf dem Feld, nicht erst im Rechenmodell.

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Referenznormen

DIN EN 1997-1:2014-03 (Eurocode 7, Entwurf, Berechnung und Bemessung), DIN 1054:2021-04 (Baugrund – Sicherheitsnachweise im Erd- und Grundbau), DIN 4123:2013-04 (Ausschachtungen, Gründungen und Unterfangungen im Bereich bestehender Gebäude), DIN 18300:2019-09 (VOB Vergabe- und Vertragsordnung – Erdarbeiten)

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Statische Berechnung des Baugrubenverbaus

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Typische Parameter

ParameterTypischer Wert
BemessungsnormDIN EN 1997-1:2014-03
Erkundungstiefe unter Baugrubensohle≥ 1,5-fache Baugrubenbreite
BerechnungsverfahrenFinite-Elemente-Methode (FEM)
TeilsicherheitsbeiwerteGEO-3 nach DIN 1054:2021
Hydraulische Grundbruchsicherheitη ≥ 1,30
Max. zulässige Verbauverformung≤ 2 % der Aushubtiefe
Typische Baugrubentiefe Schwerin4,0 m bis 9,5 m

Fragen und Antworten

Welche Baugrubentiefe erfordert in Schwerin zwingend einen statischen Nachweis?

Das hängt vom Abstand zur Nachbarbebauung und vom Baugrund ab. Als Faustregel gilt: Ab 3,0 m Tiefe oder wenn der Aushub näher als die doppelte Tiefe an ein Gebäude heranrückt, verlangen die Prüfstatiker in Mecklenburg-Vorpommern eine Geotechnische Bemessung tiefer Baugruben nach EC 7. In der Praxis ist das bei fast jeder Unterkellerung im Schweriner Stadtgebiet der Fall.

Mit welchen Kosten muss ich für die geotechnische Bemessung einer tiefen Baugrube rechnen?

Die Honorare für die Geotechnische Bemessung tiefer Baugruben liegen je nach Komplexität und erforderlichem Erkundungsumfang zwischen 1.870 € und 7.260 €. Einfache Trägerbohlwände ohne Grundwasserhaltung sind kostengünstiger bemessen als eine rückverankerte Bohrpfahlwand mit FEM-Simulation und Setzungsprognose.

Wie lange dauert die Bearbeitung einer Baugrubenstatik für ein innerstädtisches Projekt in Schwerin?

Wenn die Baugrunderkundung bereits vorliegt, benötigen wir für die statische Berechnung und die Erstellung der Ausführungspläne etwa zwei bis drei Wochen. Die Dauer hängt stark von der Einbindetiefe des Verbaus und der Anzahl der zu führenden Nachweise ab – bei tiefen Baugruben mit mehreren Aussteifungslagen kann die Bearbeitung auch vier Wochen in Anspruch nehmen. Mehr Info.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Schwerin und Umgebung.

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