Die Seeuferlandschaft Schwerins mit ihren zwölf Seen prägt den Baugrund stärker, als mancher Bauherr annimmt. Die Geotechnische Bemessung tiefer Baugruben nach DIN EN 1997-1 ist hier keine Formsache, sondern die zentrale Schnittstelle zwischen Wasserhaltung und Standsicherheit. Das oberflächennahe Grundwasser in den glazial geprägten Sanden und Geschiebemergeln rund um die Innenstadt reagiert sensibel auf jeden Eingriff. Wir begleiten Tiefbauvorhaben in Schwerin seit Jahren und kennen die kritischen Horizonte genau: vom aufgefüllten Hafenbereich am Ziegelsee bis zum tragfähigen Mergel unterhalb des Schlossviertels. Gerade bei Baugruben tiefer als 5 m verlangt die lokale Bauordnung zwingend einen rechnerischen Nachweis der Böschungsstabilität, den wir mit Böschungsstabilität und Baugrubenverbau kombinieren.
Eine tiefe Baugrube in Schwerin ohne vorherige Rammsondierung zu bemessen, ist wie ein Fundament ohne Bodenplatte – es hält nur, bis die erste Überraschung kommt.
Methodik und Umfang
Lokale Besonderheiten
Unser Erkundungsgerät für den Vorfeldaufschluss ist eine schwere Rammsonde DPH, die wir in Schwerins verdichteten Sanden einsetzen, bevor ein Bagger überhaupt anrückt. Schlagzahlen unter 5 in den oberen Metern sind ein Warnsignal – meist lockere Auffüllung oder Torflinsen aus verlandeten Altarmen. Wir protokollieren die Eindringung pro 10 cm und legen das Ergebnis der Geotechnischen Bemessung tiefer Baugruben sofort zugrunde. Ohne diesen Zwischenschritt tappt jede Baugrubenstatik im Dunkeln. Gerade entlang der Werderstraße, wo alte Keller verfüllt wurden, haben wir mit Sondierungen schon manche Überraschung aufgedeckt. Die verformungsarme Ausführung beginnt auf dem Feld, nicht erst im Rechenmodell.
Referenznormen
DIN EN 1997-1:2014-03 (Eurocode 7, Entwurf, Berechnung und Bemessung), DIN 1054:2021-04 (Baugrund – Sicherheitsnachweise im Erd- und Grundbau), DIN 4123:2013-04 (Ausschachtungen, Gründungen und Unterfangungen im Bereich bestehender Gebäude), DIN 18300:2019-09 (VOB Vergabe- und Vertragsordnung – Erdarbeiten)
Verwandte Dienstleistungen
Statische Berechnung des Baugrubenverbaus
Trägerbohlwände, Spundwände oder aufgelöste Bohrpfahlwände: Wir bemessen den Verbau für Ihre Baugrube in Schwerin standsicher nach EC 7. Inklusive aller Lastfälle aus Erddruck, Verkehr und Grundwasser.
Setzungsarme Wasserhaltungskonzepte
Die hohen Grundwasserstände in den Seebecken Schwerins fordern eine durchdachte Wasserhaltung. Wir planen Grundwasserabsenkungen und dimensionieren Restwasserhaltungen mit Fokus auf minimale Setzungen der Nachbarbebauung.
Typische Parameter
Fragen und Antworten
Welche Baugrubentiefe erfordert in Schwerin zwingend einen statischen Nachweis?
Das hängt vom Abstand zur Nachbarbebauung und vom Baugrund ab. Als Faustregel gilt: Ab 3,0 m Tiefe oder wenn der Aushub näher als die doppelte Tiefe an ein Gebäude heranrückt, verlangen die Prüfstatiker in Mecklenburg-Vorpommern eine Geotechnische Bemessung tiefer Baugruben nach EC 7. In der Praxis ist das bei fast jeder Unterkellerung im Schweriner Stadtgebiet der Fall.
Mit welchen Kosten muss ich für die geotechnische Bemessung einer tiefen Baugrube rechnen?
Die Honorare für die Geotechnische Bemessung tiefer Baugruben liegen je nach Komplexität und erforderlichem Erkundungsumfang zwischen 1.870 € und 7.260 €. Einfache Trägerbohlwände ohne Grundwasserhaltung sind kostengünstiger bemessen als eine rückverankerte Bohrpfahlwand mit FEM-Simulation und Setzungsprognose.
Wie lange dauert die Bearbeitung einer Baugrubenstatik für ein innerstädtisches Projekt in Schwerin?
Wenn die Baugrunderkundung bereits vorliegt, benötigen wir für die statische Berechnung und die Erstellung der Ausführungspläne etwa zwei bis drei Wochen. Die Dauer hängt stark von der Einbindetiefe des Verbaus und der Anzahl der zu führenden Nachweise ab – bei tiefen Baugruben mit mehreren Aussteifungslagen kann die Bearbeitung auch vier Wochen in Anspruch nehmen. Mehr Info.
